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    Gemeinsam gegen Rassismus
    Solidarität mit der Keupstrasse

    Aufruf der antifa nt und des Antifa AK Cologne zum 20. Januar:

    Am 9. Juni 2004 zündete der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) eine mit 700 Nägeln gefüllte Bombe in der Keupstraße in Köln-Mühlheim. Zuvor hatten sie die Bombe, an einem Fahrrad befestigt, vor einem türkischen Friseursalon abgestellt. Alleiniges Ziel des Anschlags war es, möglichst viele (vermeintlich) nicht-deutsche Menschen zu ermorden und Terror zu verbreiten. Die Keupstraße war nicht zufällig Ort des Anschlags. Hier leben viele Menschen, die selbst oder deren Eltern- und Großeltern als Migrant_innen nach Deutschland gekommen sind. Nur durch glückliche Zufälle überlebten alle teils schwer verletzten Opfer des Anschlags. Der Terror gegen sie bestand aber nicht allein in der Bombenexplosion: Die Wirkungen, die diese entfaltete wirkten und wirken noch lange nach. Denn anstatt Solidarität und Anteilnahme erfuhren die Opfer und Betroffenen Ausgrenzung und waren jahrelang falschen Verdächtigungen und Verleumdungen ausgesetzt.

    Unmittelbar nach der Tat startete die Kölner Polizei Hausdurchsuchungen in der direkten Nachbarschaft. Schon am Tag nach dem Anschlag erklärte der damalige Bundesinnenminister Otto Schily, es handle sich nicht um einen terroristischen Anschlag. Die Möglichkeit eines Terroranschlags von Nazis wurde, trotz Hinweisen von Zeug_innen und Anwohner_innen, nicht ernst genommen. Verdächtigt wurden nun „türkische Mafiastrukturen“. Aus Opfern wurden plötzlich Verdächtige und aus Verdächtigen in den Augen einer breiten Öffentlichkeit Schuldige. Obwohl der Anschlag in der Keupstraße damals noch in keinerlei Verbindung zu den zum damaligen Zeitpunkt fünf NSU-Morden gesetzt wurde, griffen in den polizeilichen Ermittlungen und der medialen Berichterstattung die selben Mechanismen: Den Opfer und ihren Angehörigen wurde die Solidarität verweigert, sie wurden zu Verdächtigen erklärt. Ein Stigma, das offenbar für viele absolute Plausibilität hatte und lange Zeit anhielt. Viele der Betroffenen beschreiben die polizeilichen Ermittlungen, die mediale Berichterstattung und die gesellschaftliche Ausgrenzung als ‚Anschlag nach dem Anschlag‘.

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