Antifa-Café

Sozialpsychologie des Rechtsextremismus (Alexander Neupert)

1926 schrieb die Psychoanalytikerin Barbara Lantos: „Die Tatsache, daß große Gesellschaftsklassen gegen ihre eigenen Interessen handeln, bedarf noch näherer Aufklärung“. Hundert Jahre später ist es, angesichts des Aufstieges der in Teilen rechtsextremen AfD, leider immer noch nötig, nach den auch psychologischen Triebkräften des Nationalismus zu fragen. weiterlesen>>

Zehn Jahre Anschlag am OEZ

Am 22.7.2026 jährt sich der rechte und rassistische Anschlag am OEZ zum zehnten Mal. Seit diesem Tag fehlen Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine S. , Selçuk Kılıç und Sevda Dağ.

Seit zehn Jahren kämpfen Angehörige und Überlebende um Aufklärung. Sie wollen wissen, was genau am Tattag passiert ist und warum. Sie haben viele Fragen und bislang nur wenige Antworten. weiterlesen>>

Am 4.7. nach Erfurt

Am 4. und 5. Juli 2026 will die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt abhalten. Gründe, dagegen auf die Straße zu gehen, gibt es viele. Die Partei ist Gravitationszentrum und Motor des sogenannten Rechtsrucks – dabei muss sie gar nicht mal an der Regierung sein, um die hiesige Politik stetig nach rechts zu verschieben. Während ein verrohter Konservatismus der „Mitte“ einen massiven „Kulturkampf“ führt und die Große Koalition in Zeiten der Krise ungehemmt auf die Schwächsten einschlägt, bereiten große Teile der Union mehr oder weniger unverhohlen den Schulterschluss mit der AfD vor. weiterlesen>>

Vortrag zum OEZ-Anschlag

10 Jahre nach dem rechten Anschlag am OEZ – Antifa heißt Erinnern.

Am 22.7.2026 jährt sich der rechte Anschlag am OEZ in München zum zehnten Mal. Armela, Can, Dijamant, Guiliano, Hüseyin, Roberto, Sabine, Selçuk und Sevda wurden aus rassistischen Motiven ermordet. Obwohl der Anschlag zu den blutigsten Kapiteln des rechten Terrors in der Geschichte der Bundesrepublik zählt, blieb es lange Zeit sehr still um die Tat. Jahrelang kämpften die Angehörigen und Überlebenden gegen viele Widerstände um Anerkennung, Aufklärung und Konsequenzen. weiterlesen>>

Antifa-Café

„Der Feind steht links“ – Kontinuität und Aktualität des Antikommunismus

Seitdem der Kommunismus als Bewegung auf die historische Bühne trat, organisierten sich entsprechende Gegenbewegungen. Schon Marx und Engels fragten im Kommunistischen Manifest 1848 polemisch, welche Oppositionspartei «nicht von ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden wäre» oder welche den «Vorwurf des Kommunismus nicht zurückgeschleudert hätte»? weiterlesen>>

Erinnern heißt Selbstkritik

Die Selbstenttarnung des NSU vor fast 15 Jahren war für viele Antifaschist*innen eine Zäsur – sie musste es sein. Denn auch wir hatten den rassistischen Erzählungen von Polizei und Medien zu der Mordserie mehr Glauben geschenkt als den Worten der Angehörigen oder Teilen unserer eigenen Analysen, in denen wir vor der Möglichkeit solcher Arbeitsteilungen zwischen neonazistischer Selbstermächtigung und staatlicher Gewährung gewarnt hatten. weiterlesen>>

Erinnern heißt Staatskritik

Dynamiken der Institutionalisierung von Erinnerung an rechte Gewalt zwischen Staat und Zivilgesellschaft. (Daniel Günther)

Rechte Gewalt nach 1945 in den postnationalsozialistischen deutschen Staaten ist ein Störfaktor für das weit verbreitete Normalitätsbegehren. Denn sie verweist entgegen hegemonialer nationaler Selbstbilder immer wieder auf ideologische und gesellschaftliche Kontinuitäten und damit auf das Nachleben der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Gegenwart. weiterlesen>>

Erinnern heißt Recherche

Es sind heute bekannte Gewissheiten, nicht nur in antifaschistischen Kreisen: Dass Raphael Blumenstock 1990 in Ulm wahrscheinlich aus queerfeindlicher Motivation umgebracht wurde. Dass der Täter des tödlichen Anschlags von Saarlouis 1991 ein von Anfang an namentlich bekannter Neonazi war (der erst 2023 juristisch zur Rechenschaft gezogen wurde). Oder dass der NSU ein neonazistisches Netzwerk und kein „Trio“ darstellte. Und ein konsequentes Vorgehen gegen das Kasseler NSU-Umfeld womöglich 2019 den Mord an Walter Lübcke verhindert hätte. weiterlesen>>

Fundis die Zähne zeigen

Für den 18. April steht in München wieder eine der zentralen Veranstaltungen der Anti-Choice-Bewegung im deutschsprachigen Raum auf dem Programm: der „Marsch fürs Leben“. Was als familienfreundliches Großevent mit bunten Luftballons und schunkelkompatibler Musik angekündigt ist, wird auch dieses Mal ein breites, antifeministisches Patchwork-Spektrum von radikalen AbtreibungsgegnerInnen, christlichen Fundis, Konservativen sowie extrem rechten Akteuren wie der AfD oder völkische Burschenschaften zusammenbringen. weiterlesen>>

Antifa-Café

Von der Räterepublik zu den Schwabinger Krawallen – Kontinuität und Bruch in der Bayerischen Polizei (Niklas Lefflik)

Die Beschäftigung mit Kontinuitäten des Nationalsozialismus innerhalb staatlicher Behörden allgemein und insbesondere der Staatsgewalt hat seit seiner militärischen Zerschlagung eine gewisse Tradition in der deutschen Linken. Ob übernommenes (Spitzen-)Personal oder tradierte antiziganistische oder queerfeindliche Erfassungspraktiken, vieles war bereits Gegenstand kritischer antifaschistischer Analysen. weiterlesen>>