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  • Presseerklärung der „antifa nt“ zum Festhalten des Literaturhaus an der Veranstaltung mit Thilo Sarrazin

    München, 2.9.2010

    Mit Entäuschung haben wir davon erfahren, dass das Literaturhaus München entgegen allen besseren Argumenten an der Veranstaltung mit Thilo Sarrazin am 29. September festhalten will. Daran ändert sich unserer Ansicht nach auch nichts, wenn die Veranstaltung, wie vom Literaturhaus gegenüber der ddp bekannt gegeben wurde, in eine Diskussionsveranstaltung umgewandelt werden soll. Mit Rassisten gibt es nichts zu diskutieren. Wer mit solchen Leuten in einen Dialog treten will, macht sich lächerlich, da er nur selbst rassistischen, antisemitischen, sexistischen und elitaristischen Ideologien ein Podium bietet. Sarrazin hat mit seinen Aussagen zu angeblich weniger intelligenten und integrationsunwilligen Muslim_innen, seiner These von „jüdischen Genen“, seiner ständigen Abwertung muslimischer Frauen mit Begriffen wie „Kopftuchmädchen“ oder „Importbraut“ deutlich gezeigt, wessen Geistes Kind er ist.

    Wir fordern die Veranstalter_innen und die Verantwortlichen des Literaturhaus nochmals ausdrücklich dazu auf, die Veranstaltung aus dem Programm zu streichen. Wer Rassisten wie Sarrazin als Dialogpartner begreift, leistet damit einem gesellschaftlichen Klima von Ressentiments, Ausgrenzungn und Gewalt Vorschub. Antimuslimischer Rassismus war schon vor Sarrazin in Deutschland weit verbreitet und stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für viele Menschen dar. Sollte die Veranstaltung stattfinden kündigen wir weiterhin Protestaktionen an.

    Dazu Sonja Erikson (Pressesprecherin der antifa nt):

    „Wir sind von der Erklärung des Literaturhaus die Veranstaltung mit Thilo Sarrazin nicht abzusagen enttäuscht. Wir halten es für untragbar und gefährlich einem Rassisten wie Sarrazin ein Podium zu bieten. Wir fordern die Verantwortlichen des Literaturhaus und alle anderen auf, gegen rassistische Hetze Stellung zu beziehen und solche Veranstaltungen unmöglich zu machen. Sollte die Veranstaltung stattfinden ist mit Protestaktionen zu rechnen.“

    Für weitere Nachfragen stehen wir selbstverständlich unter antifa-nt[at]riseup.net zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sonja Erikson (Pressesprecherin der antifa nt)