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  • Wenn die Antifa dreimal klingelt… (20.01.2007)

    Ca. 200 AntifaschistInnen demonstrieren unter dem Motto “Wenn die Antifa dreimal klingelt…” gegen 2 Nazikader im Münchner Westen

    Aufruf

    Am 20. Januar 2007 findet im Rahmen der bayernweiten Antifa-Kampagne ‘Nazis unplugged – rechten Strukturen den Saft abdrehen’ eine antifaschistische Demonstration in München statt. Wir wollen mit dieser Demonstration selbstständig antifaschistisch aktiv werden, anstatt nur auf Aktionen seitens der Nazis zu reagieren.

    Diese Demonstration soll als Teil der Kampagne ‘Nazis unplugged’ dazu beitragen, das Treiben und Wirtschaften neonazistischer Infrastruktur zu be- und verhindern. Die Knotenpunkte der Naziszene sollen öffentlich gemacht, die Akteure benannt und die schleichende Übernahme subkultureller Milieus zurückgedrängt werden.

    Unter neonazistischer Infrastruktur verstehen wir zum einen die Rückzugsorte von Neonazis, wie Wohnprojekte, Kneipen und andere ‘private’ Treffpunkte, natürlich aber auch die Orte des rechten Lifestyles, in denen versucht wird, neue AnhängerInnen zu gewinnen, also Läden, die neonazistische Kleidung und Musik vertreiben, (Internet-) Versände und politische Veranstaltungsorte.

    Die eigene Infratstruktur ermöglicht es der extremen Rechten ökonomische und propagandistische Tätigkeiten zu verbinden. Somit tagen diese Strukturen zur Vermittlung rechter Ideologien und Stärkung faschistischer Organisationen bei.

    Zudem wollen wir mit dieser Demonstration führende Köpfe, die wichtige Rollen und Aufgaben neonazistischer Organisationen übernehmen, in ein Netz rechter Organisationen und Infrastruktur eingebettet sind und nicht zuletzt eine potentielle Gefahr für Alle, die nicht in ihr Weltbild passen, darstellen, ans Licht der Öffentlichkeit bringen. Sie und ihre Aktivitäten stehen exemplarisch für große Teile der Naziszene in München und Umgebung.

    Der im Münchner Westen lebende Neonazi Carsten Beck ist an einer ganze Reihe von Aspekten rechter Infrastruktur beteiligt:

    Der 25-jährige Verlagskaufmann und ehemalige ‘Stützpunkleiter München’ der ‘Jungen Nationaldemokraten’ (JN) spielt eine wichtige Rolle bei mehreren extrem rechten (Vortrags-) Zirkeln. Er ist tragende Figur des ‘Kulturpolitischen Arbeitskreises München (KuPo)’, unter anderem ist er für die Homepage verantwortlich. Zudem arbeitet mit dem ‘Kulturkreis Münchner Bürgerverein’, der bereits seit Jahrzehnten regelmäßig neonazistische Veranstaltungen organisiert, zusammen.

    Das extrem rechte Rosenheimer Jugendmagazin ‘Heretik’ wurde von ihm mitinitiiert. Wie weit Herr Beck in neonazistische Netzwerke eingebunden ist zeigt unter anderem seine Tätigkeit als Referent, so veranstaltete er auch Vorträge außerhalb Deutschlands. Außerdem ist Beck Vorsitzender des extrem rechten Sammlungsbeckens ‘Bürgerbewegung Pro München’. Die ‘Bürgerbewegung’ plant 2008 in München bei den Kommunalwahlen anzutreten.

    Carsten Beck ist auch Betreiber und Domain-Inhaber mehrerer rassistischer Weblogs und Internetseiten der Münchner Naziszene. Beck betreibt von München aus den extrem rechten ‘Veritas-Versand’, in Zusammenarbeit mit Norman Winkler, dem stellvertretenden Vorsitzenden und Schriftführer des ‘Münchner Bürgervereins’. Neben diverser extrem rechter Literatur vertreibt der ‘Veritas-Versand’ den geschichtsrevisionistischen Propagandafilm ‘Geheimakte Hess’. Es gelang Münchner Nazis sogar diesen Film, in dem der Hitlerstellvertreter Rudolf Hess glorifiziert wird, in einem Münchner Kino zu zeigen.

    Unser Ziel ist es, selber aktiv zu werden, Nazistrukturen zurückzudrängen und die linksradikale, antifaschistische Bewegung in Bayern zu stärken.

    Antifaschistische Arbeit darf nicht nur daraus bestehen, auf Handlungen von Rechts zu reagieren, sondern es müssen Zeit, Ort und Art der antifaschistischen Aktivitäten selbstständig definiert werden. Wir AntifaschistInnen entscheiden wann Antifa ist und wann nicht. Wir treten ein für einen konsequenter Antifaschismus auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Unser Kampf gilt nicht nur den Nazis selbst, sondern wir stellen uns gegen ihre Ideologie der Ungleichheit von Menschen, ihren Rassismus, ihren Nationalismus, ihr angestrebtes Ziel einer Diktatur und gegen ihre gesellschaftlichen Wurzeln.

    Beginn der Demonstration ist um 14:00 am Heimeranplatz(U-Bahn/ S-Bahn).

    Kein Raum für Nazis!

    Fight Beck!

    Pressemitteilung

    Pressemitteilung der Kampagne „Nazis unplugged“ zur Demonstration am Samstag, den 20.01 2007

    Am 20.01.2007 findet im Münchner Westen eine Demonstration unter den Motto “Wenn die Antifa dreimal klingelt“ im Rahmen der Kampagne „Nazis unplugged – Rechten Strukturen den Saft abdrehen“ statt. Ziel ist es, eine breite Öffentlichkeit auf das Treiben und Wirtschaften des Münchner Nazis Carsten Beck (25) aufzuklären. Beck, früherer „Stützpunktleiter“ der NPD-Jugendorganisation „JN (Junge Nationaldemokraten)“, ist u.a. tragende Figur des extrem rechten „Kulturpolitischen Arbeitskreises München, der seit Jahren Vorträge mit einschlägigen Referenten veranstaltet, Domaininhaber des rassistischen Weblogs „Münchner Tagebuch“, Beteiber des „Veritas-Versand“, der zusammen mit dem Sudholtverlag diverse geschichtsrevisionistische und antisemitische Bücher vertreibt und Vorsitzender des neonazistischen Sammlungsbecken „Pro München“, in dem Kandidaten von „Deutscher Partei“, NPD etc. 2008 in München zu den Kommunalwahlen antreten wollen. Auch an dem faschistischen Rosenheimer Jugendmagazin „Heretik“ war er maßgeblich beteiligt. Neben dem konkreten Agieren gegen Carsten Beck und seine Machenschaften geht es aber auch darum, auf die Problematik einer wachsenden rechten Infrastruktur hinzuweisen. Gerade in München ist die Zahl rechter Verlage, Versände etc. außergewöhnlich hoch.

    Sonja Erikson, Pressesprecherin der Kampagne „Nazis unplugged“:

    Es kann nicht angehen, dass ein so zentraler Nazikader wie Carsten Beck unbehelligt von der Öffentlichkeit sein Unwesen treibt. Antifaschistische Politik muss auch die Strukturen aufdecken, die hinter der rechten Gewalt gegen Linke, MigrantInnen, Juden und alle Anderen, die nicht in ihr Weltbild passen, stecken. Gerade in München, mit seiner unrühmlichen Geschichte während des Dritten Reichs ist es geboten konsequent gegen jede Form von Rassismus, Geschichtsrevisionismus, Biologismus und Antisemitismus die Stimme zu erheben. Wir fordern alle Münchnerinnen und Münchner auf, sich an der Demonstration zu beteiligen und auch im Alltag konsequent antifaschistisch aktiv zu werden. Auch wollen wir uns aus aktuellem Anlass mit den Genossinnen und Genossen solidarisieren, die gestern Opfer der Repression durch die Münchner Polizei wurden.

    Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie über unsere Aktion berichten würden und laden Sie auch herzlich ein, an dieser teilzunehmen. Falls Sie weitere Fragen haben sollten oder zusätzliche Informationen benötigen, schreiben Sie uns doch bitte einfach eine Email an: antifant[at]hotmail.de
    Herzlichen Dank und bis Samstag! Mit freundlichen Grüßen.

    Sonja Erikson, i.A. „Nazis unplugged“

    Berichte

    muc: Antifademo am 20.01.07

    Fotos