Erinnern heißt Recherche

Es sind heute bekannte Gewissheiten, nicht nur in antifaschistischen Kreisen: Dass Raphael Blumenstock 1990 in Ulm wahrscheinlich aus queerfeindlicher Motivation umgebracht wurde. Dass der Täter des tödlichen Anschlags von Saarlouis 1991 ein von Anfang an namentlich bekannter Neonazi war (der erst 2023 juristisch zur Rechenschaft gezogen wurde). Oder dass der NSU ein neonazistisches Netzwerk und kein „Trio“ darstellte. Und ein konsequentes Vorgehen gegen das Kasseler NSU-Umfeld womöglich 2019 den Mord an Walter Lübcke verhindert hätte.

Aber woher wissen wir das eigentlich alles? Die Antwort ist: weil es Antifaschist_innen herausgefunden haben! Weil Menschen über politische Generationen hinweg die extreme Rechte akribisch dokumentierten und rechte Materialien sammelten. Weil sich Menschen daran gemacht haben, rechte Gewalt zu dokumentieren, die Betroffenen rechter Gewalt und deren Freund_innen ausfindig zu machen, sie vor Gericht zu unterstützen. Und weil sie zusammen nicht aufhören, an diese Geschichten zu erinnern. 

Antifaschistische Gedenk- und Erinnerungsarbeit basiert also zum Teil auf langwierigen Recherchen. Robert Andreasch (a.i.d.a. e. V.) stellt Beispiele, Erfolge, Probleme und Leerstellen aus verschiedenen Jahrzehnten vor.

19:30 Uhr Kulturladen Westend (Ligsalzstraße 44)

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Antifa heißt Erinnern die sich mit rechtem Terror und den Bedingungen auseinandersetzt, die ihn immer wieder möglich machen.