„Der Feind steht links“ – Kontinuität und Aktualität des Antikommunismus
Seitdem der Kommunismus als Bewegung auf die historische Bühne trat, organisierten sich entsprechende Gegenbewegungen. Schon Marx und Engels fragten im Kommunistischen Manifest 1848 polemisch, welche Oppositionspartei «nicht von ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden wäre» oder welche den «Vorwurf des Kommunismus nicht zurückgeschleudert hätte»? Seither begleitet der Antikommunismus nicht nur explizit kommunistische, sondern auch linke Bewegungen allgemein in den unterschiedlichsten Formen. Selbst nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Niedergang des sozialistischen Machtblocks am Ende des 20. Jahrhunderts blieb er in der ein oder anderen Form bestehen: Bis heute können Angriffe gegen die Linke an klassische antikommunistische Feindbilder anknüpfen, auch ohne dezidiert kommunistische Akteur:innen. So verschwimmen etwa Debatten über Wokeness mit der Verschwörungserzählung vom «Kulturmarxismus», wird die Klimagerechtigkeitsbewegung als «grüne RAF» diffamiert oder im Zuge der Kampagne Deutsche Wohnen & Co enteignen vor einer «DDR 2.0» gewarnt. Der Vortrag gibt Einblicke in die Kontinuitäten des deutschen Antikommunismus und beleuchtet, wie dieser ideologische Konsens bis heute die politische Kultur der Bundesrepublik prägt und dabei emanzipatorische Bewegungen schwächt und die politische Vorstellungskraft einengt.
Bar und Essen ab 20 Uhr, Vortrag um 20:30 Uhr
Do. 04.06.26 Kafe Marat (Thalkirchnerstr. 102)
