Dynamiken der Institutionalisierung von Erinnerung an rechte Gewalt zwischen Staat und Zivilgesellschaft.(Daniel Günther)
Rechte Gewalt nach 1945 in den postnationalsozialistischen deutschen Staaten ist ein Störfaktor für das weit verbreitete Normalitätsbegehren. Denn sie verweist entgegen hegemonialer nationaler Selbstbilder immer wieder auf ideologische und gesellschaftliche Kontinuitäten und damit auf das Nachleben der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Gegenwart. Die Erinnerung an Todesopfer rechter Gewalt ist deshalb seit jeher umkämpft gewesen und oft von Betroffenen und antifaschistischen Initiativen erstritten worden. In der jüngeren Vergangenheit, spätestens seit der Selbstenttarnung des NSU 2011, treten der deutsche Staat und Kommunen bzw. ihre jeweiligen Repräsentant*innen stärker selbst als Erinnerungsakteurinnen im Kontext rechter Gewalt auf. Der Vortrag ist eine Auseinandersetzung mit den Fragen danach, wie diese Entwicklung historisch und theoretisch zu verstehen sein könnte, welche Auswirkungen sie auf Versuche der Institutionalisierung von Erinnerung an rechte Gewalt hat und welche Herausforderungen damit für zivilgesellschaftliche antifaschistische Erinnerungsarbeit verbunden sind.
Offen ab 20:00, Vortrag um 20:30
22.4.26 Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102)
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Antifa heißt Erinnern die sich mit rechtem Terror und den Bedingungen auseinandersetzt, die ihn immer wieder möglich machen.
