Vom „Geas“ zum Abschiebeterminal – Autoritäre Formierung und Grenzregime.
Migration ist weiterhin ein bestimmendes Thema auf Wahlplakaten, Headlines und KI-generierten Demo-Sharepics. Was dabei „gute“ und was „schlechte“ Migration ist, bemisst sich für die einen an ökonomischen Kalkülen von Nützlichkeit und Verwertbarkeit, während ein wachsender Anteil der Leute sich nicht mehr bloß dichte Grenzen wünscht, sondern gleich den Rauswurf von Staatsbürger*innen mit Migrationsgeschichte herbeisehnt. Für davon abweichende Standpunkte scheint es gerade kaum noch Platz zu geben. Gerade in krisenhaften Zeiten nehmen die Debatten um Migration an Schärfe zu, erleben rassistische Bewegungen Aufwind, wird Ausgrenzung in Gesetzesform gegossen.
Zuletzt hat die EU ein ganzes Paket von Maßnahmen des repressiven Umgangs mit Migration geschnürt: Von der Auslagerung der Asylverfahren hinter die Außengrenzen über die Inhaftierung der Asylsuchenden bis zur Ausweitung des Konzepts der angeblich sicheren Drittstaaten entlang der Fluchtrouten. All das und noch viel mehr ist Teil des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystem“ (GEAS), das im Juni diesen Jahres in Kraft getreten ist. Das GEAS bedeutet mehr Leid für die Betroffenen, mehr Tote vor den hochgerüsteten Grenzen und weitere schmutzige Deals mit autoritären Regimes, solange diese den Türsteher für die europäischen Grenzen spielen.
Und während die AfD zunehmend auch nach Regierungsverantwortung greift, wird vor den Toren dieser Stadt die nötige Infrastruktur für rechte „Remigrations“-Phantasien geschaffen. Ein eigenes Abschiebeterminal am Münchner Flughafen soll künftig zwei Charterabschiebungen und 100 Einzelrückführungen pro Tag möglich machen. Die Zahlen lassen erahnen, wohin die Reise gehen soll.
Wie GEAS, das Abschiebeterminal und die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zusammenhängen, darüber sprechen wir mit Hannah von „Abschiebeterminal Muc Verhindern“. Und darüber, was wir dem ganzen Elend entgegensetzen könnten.
Außerdem: veganes Essen, kalte Getränke und Gutscheintausch.
Bar und Essen ab 20 Uhr, der Vortrag startet um 20:30 Uhr
Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102)
