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  • Antifa-Café: Antifa Gençlik

    Das Antifa-Café kommt diesmal im Doppelpack. Am Freitag, den 3. März begrüßen wir Çagri Kahvec:

    Antifa Gençlik
    Migrantische Selbstorganisierung in der antifaschistischen Linke
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    Antifa Genclik wurde 1988 in Berlin an der Schnittstelle migrantischer Vereinskultur, Jugendbanden des Kiez und autonomer antifaschistischer Politik gegründet. Bald bildeten sich Antifa-Gençlik-Gruppen in mehreren deutschen Städten und darüber hinaus. Mitte der 1990er Jahre lösten sich die Strukturen als Folge staatlicher Repression auf. Bis heute stellt die Antifa Gençlik einen einzigartigen Organisationsansatz im Kontext autonomer und antifaschistischer Politik in Deutschland dar.

    Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr


    Antifa-Café: Retrofieber

    Am Donnerstag, den 2. März kommt Sören Kohlhuber ins Kafe Marat (Thalkirchnerstr. 102):

    Retrofieber
    Wenn Neonazis die ostdeutschen Straßen zurückerobern

    Es bedarf eines reflexiven Blickes zurück in die nähere Vergangenheit, um die anhaltenden Hegemoniebestrebungen von (ostdeutschen) Neonazis einordnen zu können und einen Umgang damit zu finden. Der freie Journalist Sören Kohlhuber berichtet von seinen Erlebnissen und Erfahrungen, die er im Jahr 2015 bei fast 50 rechten Aufmärschen in den neuen Bundesländern machte – in einer Zeit, in der unter anderem Neonazis aus den 1990er-Jahren darauf hofften, die Straßen wieder zurückerobern zu können.

    Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr


    Aktionswochen gegen Abschiebelager

    Vom 2. bis zum 14. März wird es in Ingolstadt eine Reihe von Aktionen gegen Abschiebelager geben.

    Seit Herbst 2015 gibt es in Manching/Ingolstadt und Bamberg sogenannte Ankunfts- und Rückführungseinrichtungen (ARE). Bei diesen Einrichtungen handelt es sich um Abschiebelager. Anfangs wurden dort nur Menschen aus den Westbalkanstaaten eingewiesen, da ihre Länder zu sicheren Herkunftsstaaten deklariert wurden und ihnen deswegen eine schlechte Bleibeperspektive unterstellt wurde. Viele haben zuvor über Monate bis zu mehreren Jahren in Bayern gelebt. Mit der Begründung der schlechten Bleibeperspektive werden dort seit einiger Zeit auch Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht.
 Ziel der bayerischen Regierung ist es diese Geflüchteten in Asylschnellverfahren abzulehnen und abzuschieben oder zur „freiwilligen“ Ausreise zu drängen. 
Erniedrigende und menschenunwürdige Bedingungen sollen die Betroffenen zermürben und ihnen zeigen, dass sie hier nicht erwünscht sind. Bewohner*innen unterliegen einer verschärften Residenzpflicht, werden isoliert, haben kaum Zugang zu Sozial- und Rechtsberatung und sind aufgrund fehlender Öffentlichkeit schutzlos den Behörden ausgeliefert. Kinder dürfen weder eine öffentliche Schule besuchen, noch in den Kindergarten gehen.
    (mehr Infos)


    broke but in love

    Am 25. Februar darf für die gute Sache gefeiert werden. Für Unterhaltung sorgen GrGr, Sprudelpanda und Rmtrnnr, Visuals kommen von Structure. In Raum 2 wartet die Retro Konsolen Lounge, musikalisch untermalt von I’m not easily amused (goth for the bored and lonely).

    Ab 21 Uhr referiert Igor Net zu regressivem Antikapitalismus:

    Die Kritik am Kapitalismus gilt zu Recht als Kernstück linken Denkens. Doch auch die extreme Rechte gibt sich in ihren Parolen immer wieder antikapitalistisch. In der Veranstaltung werden wir uns der Frage annähern, warum sich rechte und linke Vorstellungen von Antikapitalismus in verschiedenen Punkten überschneiden können. Dazu werden Fragen der Abstraktionen des kapitalistischen Marktes, des Arbeitsbegriffs und der Personifikation der ‚Nicht-Arbeit’ berührt.

    25.02.2017 Kafe Marat (Thalkirchnerstr. 102)


    turn left – smash nationalism

    Am 22. und 23. April 2017 steht Köln ein Ereignis bevor, auf das es wohl gut verzichten könnte: Der Bundesparteitag der AfD. Eingemietet hat sich die AfD im edlen Maritim-Hotel.
    Der Austragungsort Köln ist nicht zufällig gewählt, denn die Domstadt ist spätestens seit den von der Mehrheitsgesellschaft rassistisch gedeuteten Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 zum beliebten Domizil für völkische Mobilisierungen geworden. Was Pro NRW & CO. nicht geschafft haben, bietet die AfD nun mit ihrem rechten Gesamtpaket aus Rassismus, Sexismus und Nationalismus.

    Die AfD zu bekämpfen heißt, ihr konsequent den Raum für ihre autoritäre Propaganda streitig zu machen.

    Im Anschluss an Blockaden und mehr rund um den geplanten Austragungsort, ist am 22. April eine antirassistische Großdemonstration geplant.

    (mehr Infos)


    Veranstaltungsreihe: 4 Jahre NSU-Prozess

    Seit dem 6. Mai 2013 läuft vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Wenngleich Verhandlungstage bis nächsten Januar angesetzt wurden, gilt es doch als wahrscheinlich, dass der NSU-Prozess bald zu einem Ende kommt. Im Rahmen des Antifa-Cafés wollen wir daher Kommentare, Schlaglichter und Kritik zum NSU-Komplex und der Gesellschaft, die ihn ermöglichte, zusammentragen.

    2.2.17 Zur Rolle von Frauen im NSU-Netzwerk (Eike Sanders)

    Rechtsterroristische Strukturen werden meist als männerbündische Kampfeinheiten verstanden – und nicht selten sind sie auch als solche konzipiert: Der entschlossene hypermaskuline Nationalsozialist befindet sich im »Rassenkrieg« und übt – alleine oder in einer Terrorzelle organisiert – den »bewaffneten Widerstand«, um eine nationalsozialistische Ordnung (wieder-)herzustellen und seine Frau und Kinder zu beschützen. Durch die Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene zugleich brechen und reproduzieren.

    2.3.17 Retrofieber – Wenn Neonazis die ostdeutschen Straßen zurückerobern (Sören Kohlhuber)
    Es bedarf eines reflexiven Blickes zurück in die nähere Vergangenheit, um die anhaltenden Hegemoniebestrebungen von (ostdeutschen) Neonazis einordnen zu können und einen Umgang damit zu finden. Der freie Journalist Sören Kohlhuber berichtet von seinen Erlebnissen und Erfahrungen, die er im Jahr 2015 bei fast 50 rechten Aufmärschen in den neuen Bundesländern machte – in einer Zeit, in der unter anderem Neonazis aus den 1990er-Jahren darauf hofften, die Straßen wieder zurückerobern zu können.

    3.3.17 Antifa Gençlik – migrantische Selbstorganisierung in der antifaschistischen Linken (Çagri Kahvec)
    Antifa Genclik wurde 1988 in Berlin an der Schnittstelle migrantischer Vereinskultur, Jugendbanden des Kiez und autonomer antifaschistischer Politik gegründet. Bald bildeten sich Antifa-Gençlik-Gruppen in mehreren deutschen Städten und darüber hinaus. Mitte der 1990er Jahre lösten sich die Strukturen als Folge staatlicher Repression auf. Bis heute stellt die Antifa Gençlik einen einzigartigen Organisationsansatz im Kontext autonomer und antifaschistischer Politik in Deutschland dar.

    Beginn: 20 Uhr /Vortrag: 21 Uhr
    Kafe Marat, Thalkirchnerstraße 102

    Weitere Veranstaltungen folgen.


    Wie weiter?

    Auf der antifaschistischen Demonstration am 16. Januar haben wir einen Redebeitrag zum NSU-Prozess gehalten:

    Der NSU-Prozess am Oberlandesgericht München wird voraussichtlich – nach rund 4 Jahren – in diesem Jahr ein Ende finden. Zeit, das Thema NSU endlich wieder auf die Tagesordnung zu setzen!

    Erzählt man die Geschichte des NSU kommt man nicht umhin, den Rassismus der deutschen Behörden und der deutschen Gesellschaft zu thematisieren. Während Neonazis 7 Jahre lang mordend durch Deutschland zogen, galten den Medien und den Ermittler_innen lange die Betroffenen selbst als die Schuldigen. (weiterlesen)


    Antifa-Café

    Zur Rolle von Frauen im NSU-Netzwerk
    mit Eike Sanders

    Rechtsterroristische Strukturen werden meist als männerbündische Kampfeinheiten verstanden – und nicht selten sind sie auch als solche konzipiert: Der entschlossene hypermaskuline Nationalsozialist befindet sich im »Rassenkrieg« und übt – alleine oder in einer Terrorzelle organisiert – den »bewaffneten Widerstand«, um eine nationalsozialistische Ordnung (wieder-)herzustellen und seine Frau und Kinder zu beschützen. Durch die Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene zugleich brechen und reproduzieren. Es ist bekannt, dass sie selbst früher brutal zugetreten und zugeschlagen hat. Im Münchner Strafprozess inszeniert sie sich jedoch als unbeteiligt, unwissend und abhängig von den beiden Männern. Um den NSU als Netzwerk zu verstehen, müssen nicht nur ihre nachgewiesene Beteiligung, sondern auch die Rollen und Handlungen anderer involvierter Frauen ernst genommen und untersucht werden. Gender ist dabei eine wichtige Analysekategorie.
    Eike Sanders ist Mitarbeiterin des apabiz (Berlin), Teil von NSU-Watch sowie Mitglied des Forschungsnetzwerkes Frauen und Rechtsextremismus. Sie arbeitet seit Jahren zur extremen Rechten und gender und publiziert u. a. zu den so genannten »Lebensschützern«. Seit 2011 recherchiert und analysiert sie das neonazistische Netzwerk des NSU und beobachtet regelmäßig den Münchner Prozess.

    Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr
    02.02.17 Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102)


    Rückgrat des Rechtsrucks

    Der aktuellen Ausgabe des 161 – Antifaschistisches Infoheft München haben wir einen Artikel zur politischen Agenda der AfD und antifaschistischen Strategien beigesteuert.

    “Das Programm, das die AfD auf ihrem Stuttgarter Parteitag beschlossen hat, muss als umfassendes Programm einer rechten Umgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse betrachtet werden. Der Politikstil hochrangiger AfD-Funktionär_innen, wie Petry, Gauland oder Storch mit ihren schnell getakteten medialen Kampagnen und den wechselnden Schwerpunktsetzungen – Eurokrise, Migration, Islam – sollte nicht dahingehend missverstanden werden, dass er eine politische Beliebigkeit und mangelnde ideologische Grundlage offenbart. Dies gilt es auch zu bedenken, wenn die AfD als populistische Partei betrachtet wird. Sie mag populistisch sein in Bezug auf ihre mediale und diskursive Strategie, sie mag populistisch dahingehend sein, eigene ideologische Widersprüche und Spaltungslinien durch strategische Figuren von Einheit und Abgrenzung zu kitten, sie ist aber gewiss keine populistische Partei, wenn darunter verstanden wird, dass ihre politische Positionierung sich nur auf einige wenige, medial sehr präsente Kernthemen beschränken lässt. Wer die 93 Seiten AfD-Programm liest, wird dort auf ein einigermaßen konsistentes und konkretes, durchgehend rechtes Programm stoßen. Auf einen Generalangriff gegen beinahe alle Errungenschaften linker, emanzipatorischer sozialer Bewegungen der letzten Jahrzehnte.”

    (zum Artikel)


    Enough Already!

    Während die ersten Flugzeuge gen Kabul geschickt werden, um Menschen sicher in ihr sicheres Herkunftsland zu geleiten, während die AfD jede noch so billig kalkulierte Nazi-Eskapade wie von Zauberhand in weitere Stimmen verwandelt und die tagtäglichen rassistischen An- und Übergriffe keine größere Aufregung mehr wert scheinen, wird es mal wieder Zeit zu zeigen, dass eben doch nicht alles geht.

    Seit zwei Jahren marschiert Pegida in München. Mittlerweile darf dort, neben allerlei anderen Nazis, auch der verhinderte Terrorist Karl-Heinz Statzberger seine Scheiße ins Mikro quäken. Konsequenterweise wird die Demoleitung seit Ende des Jahres von Karl Richter (BIA/NPD) besorgt. Von der kruden rechten Sammelbewegung – die alles von PI-News-Fans, „Reichs“- oder anderweitig „besorgen Bürgern“ bis zu Leuten die sich vor Chemtrails fürchten, auf der Straße vereinte – scheint sich Pegida also immer mehr in Richtung einer klassischen Nazi-Nummer entwickelt zu haben. Der Eindruck, Neonazis hätten die restlichen „Spaziergänger“ nach und nach verdrängt, ist jedoch trügerisch. Vielmehr haben sich die unterschiedlichen Formen und Inhalte innerhalb der von Widersprüchen geprägten Patchwork-Rechten in Teilen angeglichen. So stellt etwa das Verhältnis zur Gewalt keine Bruchlinie mehr dar, die Selbstinszenierung als – auch physischer – Kämpfer haben sich nahezu alle Beteiligten zu Eigen gemacht. Und auch das notorische Schaulaufen an Symbolorten der NS-Herrschaft ist kein Zufall: die Nähe zu aktuellen und historischen nationalsozialistischen Ideologiefragmenten scheint keine allzu großen Sorgen vor gesellschaftlicher Ächtung mehr zu produzieren. Das Geschwätz von „Volkstod“ und “großem Austausch“ hat die schummrigen Hinterzimmer der Gasthöfe zum deutschen Hirschen längst verlassen. Während extrem rechte Positionen gesamtgesellschaftlich an Relevanz gewinnen und ein vermeintliches Tabu nach dem anderen fällt, geht innerhalb der reaktionären und rassistischen Bewegungen eine weitere Radikalisierung vonstatten. Nun war rassistische Gewalt noch nie wirklich ein Alleinstellungsmerkmal organisierter Neonazis, die zahlreichen Brandanschläge, Übergriffe und Attacken der letzten Zeit, zeigen gerade aktuell auf, wie es auch um die so called Mitte der Gesellschaft bestellt ist, wenn sie von gewissen Sorgen und Ängsten heimgesucht wird.

    Beflügelt von medialer Aufmerksamkeit, Wahlerfolgen der AfD und soziale Anbindung in der Filterbubble, bäckt das geeinte Wutbürgertum längst keine kleinen Brötchen mehr. Den zwischen Allmachtsphantasie und Opferrolle lavierenden Figuren, die sich gleichermaßen fälschlich als toller Hecht, wie als Verfolgte einer totalitären Merkel-Antifa-Rundfunksbeitrags-Diktatur wähnen, geht es um Größeres.
    Sie sehen sich als legitimiert die Ordnung in die eigene Hand zu nehmen: es ist das objektiv Richtige, verbal und physisch als nicht-deutsch Klassifizierte, Linke und die „Lügenpresse“ anzugreifen, es ist sogar notwendig. Seit nunmehr zwei Jahren läuft diese rechte Selbstermächtigung in Form von Bürgerwehren, Anschlägen auf Asylunterkünfte und Gewalt gegen Geflüchtete auf Hochtouren. Und tatsächlich: Kleine „Erfolgserlebnisse“ bleiben nicht aus, wenn marodierende Mobs sich über Gesprächsrunden und Gesetzesänderungen freuen dürfen (während etwa schwäbische Baumliebhaberei schnell ins Auge gehen kann und linke soziale Bewegungen in der Regel eher mit dem Mehrzweckeinsatzstock als mit Maybrit Illner Bekanntschaft machen durften). Der völkische Vortänzer Götz Kubitschek formulierte 2015 unter dem Label „Widerstandsschritte“ eine Eskalationschoregrafie aus, damit auch das letzte Deutschländerwürstchen rafft, wo es den nächsten Schritt hin zu setzen hat. Von der Massenmobilisierung (Pegida), über Straßenblockaden gegen „Asyltransporte“ (Clausnitz) bis zu unangemeldeten Demonstrationen (3. Oktober in Dresden) scheinen sich die Adressat*innen bislang brav an die Anleitung zu halten.
    Mit derlei Handlungskonzepten zur rechten Selbstermächtigung scheint man sich auch bei Pegida-München zu befassen. Einer Ende November auf Facebook veröffentlichten, pathetisch-peinlichen Kampfansage an das Establishment (oder das was Pegida-München dafür hält), gab das Orgateam den klingenden Titel „Wolfszeit“. Mit diesem Begriff rekurrieren Neonazis seit Jahren auf „Werwolf-Konzepte“ der historischen Nazis – Handlungsanweisungen für den bewaffneten Kampf im Untergrund. Die Werwolf-Konzepte von damals, wie auch die weiterentwickelten Handlungsstrategien, etwa die des „führerlosen Widerstands“, propagieren allesamt das selbstständige Richten über Leben und Tod. Angesichts dieser theoretischen Grundlagen, mag die praktische Arbeit einiger Pegida-München-Nazis nicht verwundern, die zumindest den Versuch antraten, mit Sprengsätzen den Volkswillen zu vollstrecken.

    Time to act

    Pegida-München wurschtelt nicht im luftleeren Raum vor sich hin. Die fortdauernde multiple Krise des Kapitalismus hat bislang gerade nicht dem Wunsch nach etwas besserem als der vorherrschenden Gesellschafts- und Wirtschaftsform zu neuer Blüte verholfen. Die Abstiegssorgen in Kerneuropa, die sozialen Verwerfungen an den Rändern, die Verwüstungen außerhalb der Mauern der Festung, helfen vielmehr Erklärungsmustern zum Aufschwung, die Halt und Heil in religiösen oder nationalen Kollektiven versprechen und jenen an den Kragen wollen, die nicht dazugehören können oder wollen. Während die Getreuen dieser reaktionären Krisenideologien auf den ersehnten apokalyptischen Endkampf hinarbeiten, ziehen die Etablierten mit ernsten Mienen Grenzen hoch, wo sich Kapital und Waren, nicht aber jeder sonstwo dahergelaufene Mensch frei bewegen soll. Der Rechtsruck in Deutschland ist eingebettet in eine globale Verschärfung der Beschissenheit der Dinge, mit einer radikalen Linken die hier wie dort zum rat- und tatenlosen Zusehen verdammt scheint. Es wird also Zeit in die Pötte zu kommen, global wie lokal.

    Seit zwei Jahren marschiert Pegida in München und schon vor zwei Jahren war klar, dass das nicht klar geht. Ob sie sich nun Gewaltfreiheit aufs Fronttransparent oder III. Weg auf die Fahnen schreiben: Pegida-München ist sicherlich nicht der erfolgreichste Akteur der rechten Mobilmachung, erst recht sind derlei Erscheinungen nicht Ursache sondern Ausdruck der Verhältnisse. Aber als solche haben sie handfeste Konsequenzen für Menschen die ins Feindschema fallen und das muss Konsequenzen nach sich ziehen.

    Zwei Jahre Pegida sind zwei Jahre zuviel. Kommt zur antifaschistischen Demo am 16.1.17 zum Odeonsplatz


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