• TERMINE

  • BANNER

  • EMPFEHLUNGEN

  • Suchen

  • Themen…

  • Kategorien...

  • Veranstaltungsreihe: 4 Jahre NSU-Prozess

    Seit dem 6. Mai 2013 läuft vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Wenngleich Verhandlungstage bis nächsten Januar angesetzt wurden, gilt es doch als wahrscheinlich, dass der NSU-Prozess bald zu einem Ende kommt. Im Rahmen des Antifa-Cafés wollen wir daher Kommentare, Schlaglichter und Kritik zum NSU-Komplex und der Gesellschaft, die ihn ermöglichte, zusammentragen.

    2.2.17 Zur Rolle von Frauen im NSU-Netzwerk (Eike Sanders)

    Rechtsterroristische Strukturen werden meist als männerbündische Kampfeinheiten verstanden – und nicht selten sind sie auch als solche konzipiert: Der entschlossene hypermaskuline Nationalsozialist befindet sich im »Rassenkrieg« und übt – alleine oder in einer Terrorzelle organisiert – den »bewaffneten Widerstand«, um eine nationalsozialistische Ordnung (wieder-)herzustellen und seine Frau und Kinder zu beschützen. Durch die Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene zugleich brechen und reproduzieren.

    2.3.17 Retrofieber – Wenn Neonazis die ostdeutschen Straßen zurückerobern (Sören Kohlhuber)
    Es bedarf eines reflexiven Blickes zurück in die nähere Vergangenheit, um die anhaltenden Hegemoniebestrebungen von (ostdeutschen) Neonazis einordnen zu können und einen Umgang damit zu finden. Der freie Journalist Sören Kohlhuber berichtet von seinen Erlebnissen und Erfahrungen, die er im Jahr 2015 bei fast 50 rechten Aufmärschen in den neuen Bundesländern machte – in einer Zeit, in der unter anderem Neonazis aus den 1990er-Jahren darauf hofften, die Straßen wieder zurückerobern zu können.

    3.3.17 Antifa Gençlik – migrantische Selbstorganisierung in der antifaschistischen Linken (Çagri Kahvec)
    Antifa Genclik wurde 1988 in Berlin an der Schnittstelle migrantischer Vereinskultur, Jugendbanden des Kiez und autonomer antifaschistischer Politik gegründet. Bald bildeten sich Antifa-Gençlik-Gruppen in mehreren deutschen Städten und darüber hinaus. Mitte der 1990er Jahre lösten sich die Strukturen als Folge staatlicher Repression auf. Bis heute stellt die Antifa Gençlik einen einzigartigen Organisationsansatz im Kontext autonomer und antifaschistischer Politik in Deutschland dar.

    Beginn: 20 Uhr /Vortrag: 21 Uhr
    Kafe Marat, Thalkirchnerstraße 102

    Weitere Veranstaltungen folgen.


    Wie weiter?

    Auf der antifaschistischen Demonstration am 16. Januar haben wir einen Redebeitrag zum NSU-Prozess gehalten:

    Der NSU-Prozess am Oberlandesgericht München wird voraussichtlich – nach rund 4 Jahren – in diesem Jahr ein Ende finden. Zeit, das Thema NSU endlich wieder auf die Tagesordnung zu setzen!

    Erzählt man die Geschichte des NSU kommt man nicht umhin, den Rassismus der deutschen Behörden und der deutschen Gesellschaft zu thematisieren. Während Neonazis 7 Jahre lang mordend durch Deutschland zogen, galten den Medien und den Ermittler_innen lange die Betroffenen selbst als die Schuldigen. (weiterlesen)


    Antifa-Café

    Zur Rolle von Frauen im NSU-Netzwerk
    mit Eike Sanders

    Rechtsterroristische Strukturen werden meist als männerbündische Kampfeinheiten verstanden – und nicht selten sind sie auch als solche konzipiert: Der entschlossene hypermaskuline Nationalsozialist befindet sich im »Rassenkrieg« und übt – alleine oder in einer Terrorzelle organisiert – den »bewaffneten Widerstand«, um eine nationalsozialistische Ordnung (wieder-)herzustellen und seine Frau und Kinder zu beschützen. Durch die Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene zugleich brechen und reproduzieren. Es ist bekannt, dass sie selbst früher brutal zugetreten und zugeschlagen hat. Im Münchner Strafprozess inszeniert sie sich jedoch als unbeteiligt, unwissend und abhängig von den beiden Männern. Um den NSU als Netzwerk zu verstehen, müssen nicht nur ihre nachgewiesene Beteiligung, sondern auch die Rollen und Handlungen anderer involvierter Frauen ernst genommen und untersucht werden. Gender ist dabei eine wichtige Analysekategorie.
    Eike Sanders ist Mitarbeiterin des apabiz (Berlin), Teil von NSU-Watch sowie Mitglied des Forschungsnetzwerkes Frauen und Rechtsextremismus. Sie arbeitet seit Jahren zur extremen Rechten und gender und publiziert u. a. zu den so genannten »Lebensschützern«. Seit 2011 recherchiert und analysiert sie das neonazistische Netzwerk des NSU und beobachtet regelmäßig den Münchner Prozess.

    Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr
    02.02.17 Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102)


    Rückgrat des Rechtsrucks

    Der aktuellen Ausgabe des 161 – Antifaschistisches Infoheft München haben wir einen Artikel zur politischen Agenda der AfD und antifaschistischen Strategien beigesteuert.

    “Das Programm, das die AfD auf ihrem Stuttgarter Parteitag beschlossen hat, muss als umfassendes Programm einer rechten Umgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse betrachtet werden. Der Politikstil hochrangiger AfD-Funktionär_innen, wie Petry, Gauland oder Storch mit ihren schnell getakteten medialen Kampagnen und den wechselnden Schwerpunktsetzungen – Eurokrise, Migration, Islam – sollte nicht dahingehend missverstanden werden, dass er eine politische Beliebigkeit und mangelnde ideologische Grundlage offenbart. Dies gilt es auch zu bedenken, wenn die AfD als populistische Partei betrachtet wird. Sie mag populistisch sein in Bezug auf ihre mediale und diskursive Strategie, sie mag populistisch dahingehend sein, eigene ideologische Widersprüche und Spaltungslinien durch strategische Figuren von Einheit und Abgrenzung zu kitten, sie ist aber gewiss keine populistische Partei, wenn darunter verstanden wird, dass ihre politische Positionierung sich nur auf einige wenige, medial sehr präsente Kernthemen beschränken lässt. Wer die 93 Seiten AfD-Programm liest, wird dort auf ein einigermaßen konsistentes und konkretes, durchgehend rechtes Programm stoßen. Auf einen Generalangriff gegen beinahe alle Errungenschaften linker, emanzipatorischer sozialer Bewegungen der letzten Jahrzehnte.”

    (zum Artikel)


    Enough Already!

    Während die ersten Flugzeuge gen Kabul geschickt werden, um Menschen sicher in ihr sicheres Herkunftsland zu geleiten, während die AfD jede noch so billig kalkulierte Nazi-Eskapade wie von Zauberhand in weitere Stimmen verwandelt und die tagtäglichen rassistischen An- und Übergriffe keine größere Aufregung mehr wert scheinen, wird es mal wieder Zeit zu zeigen, dass eben doch nicht alles geht.

    Seit zwei Jahren marschiert Pegida in München. Mittlerweile darf dort, neben allerlei anderen Nazis, auch der verhinderte Terrorist Karl-Heinz Statzberger seine Scheiße ins Mikro quäken. Konsequenterweise wird die Demoleitung seit Ende des Jahres von Karl Richter (BIA/NPD) besorgt. Von der kruden rechten Sammelbewegung – die alles von PI-News-Fans, „Reichs“- oder anderweitig „besorgen Bürgern“ bis zu Leuten die sich vor Chemtrails fürchten, auf der Straße vereinte – scheint sich Pegida also immer mehr in Richtung einer klassischen Nazi-Nummer entwickelt zu haben. Der Eindruck, Neonazis hätten die restlichen „Spaziergänger“ nach und nach verdrängt, ist jedoch trügerisch. Vielmehr haben sich die unterschiedlichen Formen und Inhalte innerhalb der von Widersprüchen geprägten Patchwork-Rechten in Teilen angeglichen. So stellt etwa das Verhältnis zur Gewalt keine Bruchlinie mehr dar, die Selbstinszenierung als – auch physischer – Kämpfer haben sich nahezu alle Beteiligten zu Eigen gemacht. Und auch das notorische Schaulaufen an Symbolorten der NS-Herrschaft ist kein Zufall: die Nähe zu aktuellen und historischen nationalsozialistischen Ideologiefragmenten scheint keine allzu großen Sorgen vor gesellschaftlicher Ächtung mehr zu produzieren. Das Geschwätz von „Volkstod“ und “großem Austausch“ hat die schummrigen Hinterzimmer der Gasthöfe zum deutschen Hirschen längst verlassen. Während extrem rechte Positionen gesamtgesellschaftlich an Relevanz gewinnen und ein vermeintliches Tabu nach dem anderen fällt, geht innerhalb der reaktionären und rassistischen Bewegungen eine weitere Radikalisierung vonstatten. Nun war rassistische Gewalt noch nie wirklich ein Alleinstellungsmerkmal organisierter Neonazis, die zahlreichen Brandanschläge, Übergriffe und Attacken der letzten Zeit, zeigen gerade aktuell auf, wie es auch um die so called Mitte der Gesellschaft bestellt ist, wenn sie von gewissen Sorgen und Ängsten heimgesucht wird.

    Beflügelt von medialer Aufmerksamkeit, Wahlerfolgen der AfD und soziale Anbindung in der Filterbubble, bäckt das geeinte Wutbürgertum längst keine kleinen Brötchen mehr. Den zwischen Allmachtsphantasie und Opferrolle lavierenden Figuren, die sich gleichermaßen fälschlich als toller Hecht, wie als Verfolgte einer totalitären Merkel-Antifa-Rundfunksbeitrags-Diktatur wähnen, geht es um Größeres.
    Sie sehen sich als legitimiert die Ordnung in die eigene Hand zu nehmen: es ist das objektiv Richtige, verbal und physisch als nicht-deutsch Klassifizierte, Linke und die „Lügenpresse“ anzugreifen, es ist sogar notwendig. Seit nunmehr zwei Jahren läuft diese rechte Selbstermächtigung in Form von Bürgerwehren, Anschlägen auf Asylunterkünfte und Gewalt gegen Geflüchtete auf Hochtouren. Und tatsächlich: Kleine „Erfolgserlebnisse“ bleiben nicht aus, wenn marodierende Mobs sich über Gesprächsrunden und Gesetzesänderungen freuen dürfen (während etwa schwäbische Baumliebhaberei schnell ins Auge gehen kann und linke soziale Bewegungen in der Regel eher mit dem Mehrzweckeinsatzstock als mit Maybrit Illner Bekanntschaft machen durften). Der völkische Vortänzer Götz Kubitschek formulierte 2015 unter dem Label „Widerstandsschritte“ eine Eskalationschoregrafie aus, damit auch das letzte Deutschländerwürstchen rafft, wo es den nächsten Schritt hin zu setzen hat. Von der Massenmobilisierung (Pegida), über Straßenblockaden gegen „Asyltransporte“ (Clausnitz) bis zu unangemeldeten Demonstrationen (3. Oktober in Dresden) scheinen sich die Adressat*innen bislang brav an die Anleitung zu halten.
    Mit derlei Handlungskonzepten zur rechten Selbstermächtigung scheint man sich auch bei Pegida-München zu befassen. Einer Ende November auf Facebook veröffentlichten, pathetisch-peinlichen Kampfansage an das Establishment (oder das was Pegida-München dafür hält), gab das Orgateam den klingenden Titel „Wolfszeit“. Mit diesem Begriff rekurrieren Neonazis seit Jahren auf „Werwolf-Konzepte“ der historischen Nazis – Handlungsanweisungen für den bewaffneten Kampf im Untergrund. Die Werwolf-Konzepte von damals, wie auch die weiterentwickelten Handlungsstrategien, etwa die des „führerlosen Widerstands“, propagieren allesamt das selbstständige Richten über Leben und Tod. Angesichts dieser theoretischen Grundlagen, mag die praktische Arbeit einiger Pegida-München-Nazis nicht verwundern, die zumindest den Versuch antraten, mit Sprengsätzen den Volkswillen zu vollstrecken.

    Time to act

    Pegida-München wurschtelt nicht im luftleeren Raum vor sich hin. Die fortdauernde multiple Krise des Kapitalismus hat bislang gerade nicht dem Wunsch nach etwas besserem als der vorherrschenden Gesellschafts- und Wirtschaftsform zu neuer Blüte verholfen. Die Abstiegssorgen in Kerneuropa, die sozialen Verwerfungen an den Rändern, die Verwüstungen außerhalb der Mauern der Festung, helfen vielmehr Erklärungsmustern zum Aufschwung, die Halt und Heil in religiösen oder nationalen Kollektiven versprechen und jenen an den Kragen wollen, die nicht dazugehören können oder wollen. Während die Getreuen dieser reaktionären Krisenideologien auf den ersehnten apokalyptischen Endkampf hinarbeiten, ziehen die Etablierten mit ernsten Mienen Grenzen hoch, wo sich Kapital und Waren, nicht aber jeder sonstwo dahergelaufene Mensch frei bewegen soll. Der Rechtsruck in Deutschland ist eingebettet in eine globale Verschärfung der Beschissenheit der Dinge, mit einer radikalen Linken die hier wie dort zum rat- und tatenlosen Zusehen verdammt scheint. Es wird also Zeit in die Pötte zu kommen, global wie lokal.

    Seit zwei Jahren marschiert Pegida in München und schon vor zwei Jahren war klar, dass das nicht klar geht. Ob sie sich nun Gewaltfreiheit aufs Fronttransparent oder III. Weg auf die Fahnen schreiben: Pegida-München ist sicherlich nicht der erfolgreichste Akteur der rechten Mobilmachung, erst recht sind derlei Erscheinungen nicht Ursache sondern Ausdruck der Verhältnisse. Aber als solche haben sie handfeste Konsequenzen für Menschen die ins Feindschema fallen und das muss Konsequenzen nach sich ziehen.

    Zwei Jahre Pegida sind zwei Jahre zuviel. Kommt zur antifaschistischen Demo am 16.1.17 zum Odeonsplatz


    Antifa-Soli-Auktion

    2016 war ja nun bislang eher so semi. Damit es trotzdem noch ein Happy End gibt, schmeißen wir dieses Jahr wieder die beliebte Benefiz-Versteigerung zugunsten antifaschistischer Politik in München.

    Dabei kommt wie gewohnt allerlei Vornehmes und Verstaubtes, Verzückendes und Verzichtbares unter den Hammer. Und ihr könnt mitmachen: bringt eure vergessenen Schätze und missratenen Weihnachtsgeschenke und wir verwandeln sie in Solikohle.

    Dazu reichen wir wieder kulinarische Entdeckungen und erlesene Getränkekreationen. Im Anschluss darf getanzt werden.

    28.12.16 im Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102)


    …fight the game

    …ums Ganze! und die Gruppe für den organisierten Widerspruch haben einen ersten Kurzaufruf für die Aktionen anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg veröffentlicht:

    Don’t fight the players, fight the game:
    Zum G20 die Logistik des Kapitals lahmlegen!

    Hamburg ist ja immer eine Reise wert. Im Juli 2017 gilt das gleich doppelt. Zum einen findet dort als Höhepunkt und Abschluss der deutschen G20-Präsidentschaft der G20-Gipfel statt. Mit Medienrummel, Polizeiparade und allem Drum und Dran. Zum anderen ist Hamburg mit seinem Hafen auch eine wichtige Drehscheibe der deutsche Exportwirtschaft und des globalen Warenverkehrs – und damit die passende Bühne, um Staat und Kapital einen Strich durch die Rechnung zu machen. Denn ein besseres Leben für alle ist von beiden ganz sicher nicht zu erwarten. Wir rufen dazu auf, den G20-Gipfel und die internationale Mobilisierung dagegen zu nutzen, um dort anzusetzen, wo es einer Welt, in der Waren frei über die Weltmeere schippern, während zugleich tausendfach Migrant_innen ertrinken, wirklich wehtun kann.

    weiterlesen


    Rechte Offensive – linke Ratlosigkeit?

    Der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg der AfD
    mit Sebastian Friedrich

    Spätestens mit den Wahlerfolgen der AfD sehen wir uns einer rechten Formierung gegenüber, die in den Pegida-Demonstrationen Ende 2014 ihren Anfang genommen hat. Aus der Kleinpartei mit hyper(neo-)liberaler und erzkonservativer Agenda, ist innerhalb eines Jahres eine Partei geworden, die sich als Sammlungsbewegung am rechten Rand des Parteienspektrums zu etablieren scheint und eine ähnliche Rolle wie der Front National in Frankreich oder die FPÖ in Österreich übernehmen könnte. Mit einer Mischung aus völkischem Nationalismus, antimuslimischen Rassismus, Antifeminismus, Wertkonservatismus und extremem Neoliberalismus kann die AfD sowohl bei den gutbürgerlichen Sozialrassisten punkten, als auch bei Teilen der Deklassierten und Prekären, bzw. jenen, die dieses ‚Schicksal’ auf sich zukommen sehen.

    Die Reaktionen von Seiten der Sozialdemokratie, der Gewerkschaften und der Partei ‚Die Linke‘ auf diesen gefährlichen Trend schwanken bisher zwischen Hilflosigkeit und Anbiederung an das verlorene Klientel. Die Übernahme rassistischer Positionen und nationalistischer Rhetorik ist vielmehr ein weiterer Beitrag zur erfolgreichen Normalisierung und Etablierung des rechten Populismus in Deutschland.Auch die radikale Linke war bisher nicht dazu in der Lage, auf diese
    Entwicklung eine adäquate Antwort zu geben. Bisherige Antifa-Strategien im Umgang mit dem neuen Rechtspopulismus, die vor allem auf die Skandalisierung von personellen Überschneidungen und Querverbindungen ins offen neonazistische Spektrum setzen, bleiben relativ hilflos und gehen offenbar am Kern des Problems vorbei. Kampagnen wie ‚Nationalismus ist keine Alternative‘ und die Mobilisierungen gegen AfD-Parteitage in Stuttgart oder in Werl/NRW entwickeln bisher leider wenig Ausstrahlungskraft und sehen sich (auch deshalb) einer starken Repression ausgesetzt. Die Resonanz aus dem linksliberalen und gewerkschaftlichen Lager ist gleich Null. Und selbst für Teile der radikalen Linken hat die Gegenwehr gegen das Erstarken des rechten Populismus gegenwärtig keine Priorität. Wir wollen mit unserem Referenten über die Probleme im Umgang mit der rechten Offensive diskutieren und uns gemeinsam auf die Suche nach erfolgreichen Gegenstrategien begeben.

    Am 14.12. im Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102)
    Beginn: 20:30


    2 Jahre zuviel!

    Weil 2 Jahre Münchner Pegida-Unfug zwei Jahre zuviel sind, rufen Antifaschist*innen für den 16. Januar zu Demo und Aktionen auf:

    Seit mittlerweile zwei Jahren marschiert der lokale Pegida-Ableger fast wöchentlich in der Münchner Innenstadt auf. Wenngleich die Münchner Pegida-Märsche von Anfang an stark durch Neonazis mitgeprägt waren, so bemühten sich die Organisator*innen doch eine ganze Weile lang, ein bürgerliches Image aufrecht zu erhalten. Zwar durften bekannte Protagonist*innen der lokalen Neonazi-Szene und sogar verurteilte Rechtsterroristen in vorderster Reihe stehen und den Ausdruck entscheidend gestalten, doch betonte Pegida-München mit Nazis nichts am Hut zu haben. Seit einigen Wochen ist damit endgültig Schluss. Mit der Aufwartung Heinz Meyers bei einer Kundgebung des „III. Weg“, den regelmäßigen Reden von Neonazis wie Dan Eisig, des BIA-Stadtrats Karl Richter und der Moderation durch den verurteilten Nazi-Gewalttäter Lukas Bals ist vom bürgerlichen Image kaum noch etwas übrig.

    Pegida-München ist Teil eines gesamtgesellschaftlichen Klimawandels, in dem rechte Massenmobilisierungen und Organisationen mittlerweile auch Parteien links der AfD vor sich her treiben. Während Übergriffe und brennende Geflüchtetenunterkünfte zur Normalität geworden sind, bringen die Regierenden von CSU bis Grüne einen rassistischen Gesetzesentwurf nach dem anderen auf den Weg. Beispiele hierfür sind die Konstruktion „sicherer Herkunftsstaaten“ oder zahlreiche Asylrechtsverschärfungen. Die CSU tat und tut sich hierbei besonders hervor, etwa mit dem bayerischen Integrationsgesetz, das Geflüchtete pauschal kriminalisiert und vom öffentlichen Leben noch stärker als bisher ausschließt. Der gesellschaftliche Rechtsruck lässt sich nicht ohne die seit fast zehn Jahren andauernde Krise des Kapitalismus und damit einhergehende Abstiegsängste verstehen. (weiterlesen)

    Antifaschistische Demo: 16. Januar, 18 Uhr Odeonsplatz

    Checkt: Zwei Jahre zuviel


    Antifa-Café: Dabeigeblieben

    Über Älterwerden und Weiterkämpfen
    Lesung und Diskussion mit Rehzi Mahlzahn

    Linker Aktivismus ist etwas für Jugendliche – spätestens mit Anfang 30 werden andere Sachen wichtiger und man »steigt aus«. Stimmt das? Als die Autorin Anfang 30 war, steckte sie noch mitten drin. Doch die Gleichaltrigen wurden immer weniger und die Zweifel immer mehr: Eindimensionale Theorien, immer gleiche Parolen, Szenestreits und Perspektivlosigkeit, und dann bricht auch noch die Gruppe weg. Wie also geht das mit dem Weiterkämpfen? In 25 Interviews geht das Buch der Frage nach, wie ältere Genoss_innen als Linke in der Gesellschaft und als Ältere in der Linken leben: wie kommt es, dass sie noch »dabei« sind? Und: wobei überhaupt? Es geht um Frustration und Motivation, Zweifel, Ängste und Leidenschaft, aber auch die Mühen des Alltags, den langen Atem, die innere Haltung und die Suche nach dem Guten Leben.
    Rehzi Malzahn wird eine Collage aus den Gesprächen lesen. Danach soll es vor Allem darum gehen, welche Zweifel und Fragen das Publikum hat. Wie erlebt Ihr Euren Aktivismus? Warum seid Ihr »dabei«? Und bei was eigentlich? Schon mal dran gedacht »aufzuhören«? Was passiert dann mit der Wut, der Kritik, der Suche nach dem Guten Leben? Falsche Fragen gibt es hier nicht, es kann viele Herangehensweisen geben. Interessant ist, was Euch bewegt.

    Außerdem: Musik, kühle Getränke und Snacks.

    Beginn 20 Uhr, Vortrag 21 Uhr
    1. Dezember, Kafe Marat (Thalkirchnerstr. 102)


    « Neuere BeiträgeÄltere Beiträge »